You Give Me Hope, Joanna

Feuilleton | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Der Winter ist vorbei: Joanna Newsom veröffentlicht ihr beglückendes Meisterwerk „Have One On Me“

Liebeserklärung: Klaus Nüchtern

Der Mann am Nebentisch klingt so, als gehörte er mal dringend mit einer gusseisernen Pfanne erschlagen – so wie der geschwätzige Gatte in Folge zehn der ersten Staffel von „Six Feet Under“ („The New Person“). Selbst die alltäglichsten Sätze, die er mit unangenehm quengeliger Stimme artikuliert, sind von einer Indigniertheit tangiert, die alles beschmutzt, was sich in akustischer Reichweite befindet. Nichts wie raus aus dem Wirtshaus, nichts wie rein mit den Stöpseln in die gequälten Ohren.

Hey, hey, the end is near / On a good day you can see the end from here“, erklingt eine glockenhelle Frauenstimme, nur von einer Harfe begleitet. Wenn sich das Ende so anhört, mag man es sich gern gefallen lassen.

Es ist auch nicht das endgültige Ende, bloß das Ende von etwas. Das lyrische Ich blickt zurück auf eine Liebe, die vergangenen ist, aber


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