Des Teufels Dienstmann: Franzobels Doch-kein-Skandalstück „Moser“ in der Josefstadt

Feuilleton | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Das muss einem auch erst einmal einfallen: Hans Moser kommt in den Himmel und findet dort anstelle des Lieben Gotts einen Theaterdirektor vor, der sich als Adolf Hitler entpuppt. Der berühmte Schauspieler aber hat andere Sorgen: Er will einen Wein und eine Rolle. Und er ist zu zweit: Zu seiner großen Verwunderung ist Moser zugleich als junger und als alter Mann im Jenseits angekommen.

Soweit die Ausgangssituation von Franzobels jüngster Farce „Moser oder die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes“, die unter tatkräftiger Mithilfe des Adabei-Historikers Georg Markus (der im Kurier schon vor Monaten aus dem Stück zitiert hatte) zum Skandal hochgejazzt wurde.

„Mephisto“ auf Wienerisch: Franzobel sieht in Moser eine Art österreichischen Gustaf Gründgens; er zeigt den Schauspieler, der mit einer Jüdin verheiratet war, als Opportunisten, der das Wort Engagement nur als Synonym für Rolle kannte. Das ist noch keine sonderlich gewagte These: Jeder,


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