Diese Woche haben wir gelernt

Bemerkenswerte Stadt-Begebenheiten

Stadtleben | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

… dass mehr Menschen U-Bahn fahren. 812 Millionen Mal wurden 2009 Wiener Öffis benutzt, das sind 1,02 Prozent mehr als 2008. Die Wiener Linien begründeten den Erfolg mit dem „Preis-Leistungs-Verhältnis“ und spielten damit auf die Kritik an teuren Tickets an. Im März sollen Details zur Nacht-U-Bahn bekannt werden – 15-Minuten-Intervalle sind schon fix.

… dass Hochzeiten vulgo „Verpartnerungen“ künftig auch in Wirtshäusern oder Hotels möglich sein sollen. Allerdings: Voraussetzungen sind laut Gemeinde uneinsehbare Umkleidemöglichkeiten für Standesbeamte.

… dass die Schimpfwortforscherin Oksana Havryliv ihr im Falter 44/07 angekündigtes Wiener Schimpfwortlexikon veröffentlicht hat. In „Verbale Aggression“ klassifiziert die Lembergerin umfragebasiert Flüche nach Häufigkeit: Spitzenreiter ist natürlich „Scheiße“, weiter hinten folgt etwa Fremdsprachiges wie porca miseria, dio boia oder putain. Dazu befasst sich Havryliv mit rassistischen Ausdrücken und zieht Vergleiche mit ihrer ukrainischen Muttersprache.

Oksana Havryliv: Verbale Aggression. Formen und Funktionen am Beispiel des Wienerischen. Verlag Peter Lang, 222 S., € 44,–

… dass die Bisamberg-Masten gefallen sind. Vergangenen Mittwoch, kurz nach 12 und um 15 Uhr, gingen sie zu Boden. Rundherum herrschte ein Treiben wie auf einem italienischen Campingplatz, mit Klappsesseln, Bierflaschen und Schaulustigen. Sprengmeister war die Firma Alpine im Auftrag des ORS, der für den ORF Masten verwaltet. Die 120 und 265 Meter hohen Sender übertrugen von 1959 bis 1995 Mittelwelle, auch in Osteuropa. Denkmalschützer und Radiomacher zeigten sich nostalgisch-verstimmt bis empört.


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