Ins Mark

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Thomas Wolkinger leitet die Redaktion des steirischen Falter

Sehr leise und völlig anders

So fand sich also die Bundesregierung in Graz ein, um hier wieder einmal nach dem Rechten zu sehen, dabei Einigkeit, aber auch Betriebsamkeit zu signalisieren. Ein Fest der Eintracht, ein Fest der Wohltaten, ein Fest der Symbolpolitik, von deren Abglanz auch die steirischen Landesregierer im Superwahljahr ein wenig profitieren sollten. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) erwählte für seine Exkursion zum Auftakt das zuletzt gar nicht erfolgsverwöhnte Magna-Steyr-Werk. Eskortiert vom steirischen Landeshauptmann Franz Voves, Sohn eines ehemaligen Puch-Arbeiters, soll Faymann dort nach einer Fahrt mit einem Elektro-Mini die denkwürdigen Worte gesprochen haben: „Sehr leise und völlig anders beim Gas.“ Insgesamt war der Besuch ein mit viel Taktgefühl gesetztes Signal, eines, das den Ernst der Zeit elegant mit Zukunftshoffnung verband.

Nicht unähnlich verlief der Besuch von Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) am steirischen Landeskrankenhaus und Uni-Klinikum. „In der Krise geht es darum, kraftvoll zu helfen“, sprach Pröll, der von Vize-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer begleitet wurde. Der Besuch war ein glattes Heimspiel, hatten sich Schützenhöfer und Pröll doch im Vorjahr erfolgreich als Ermöglicher des millionenschweren Projekts „LKH 2020“ in Szene gesetzt. Dann durfte auch noch die steirische Wissenschaftsministerin Beatrix Karl, ganz spontan, die bereits von ihrem Vorgänger verfügte Uni-Nothilfe ausschütten. Insgesamt war es ein mit viel Taktgefühl gesetztes Signal, eines, das den Ernst der Zeit elegant mit Zukunftshoffnung verband.

Föderalismus kann, wenn es nur alle wollen, genauso schön wie Weihnachten sein.


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