Buch der Stunde: das Frühwerk eines Sprachzuhälters

Lexikon | Julia Zarbach | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Er hieß Onetti, lächelte nicht, trug eine Brille und ließ ahnen, dass er nur Frauen mit blühender Fantasie und engen Freunden sympathisch sein konnte.“

So beschreibt sich der uruguayische Schriftsteller Juan Carlos Onetti in einem seiner Romane selbst und gibt damit einen Einblick in sein zurückgezogenes Dasein als besessener Bücherwurm, der neben dem Schreiben als einzige Vergnügungen Zigaretten, Alkohol und Frauen kannte.

Obwohl der Name Onetti im deutschen Sprachraum bei weitem nicht den Klang und die Popularität besitzt, die er in der spanischsprachigen Welt hat, hat man seinen 100. Geburtstag doch zum Anlass genommen, eine Werkausgabe zu initiieren, deren erster Band das Prosafrühwerk dieses Sprachzuhälters dem geneigten Leser näherbringen soll (teilweise in deutscher Erstübersetzung). Onettis Leben, das sich bis zu seinem spanischen Exil in den 70er-Jahren zwischen Montevideo und Buenos Aires abspielte, war ungemein produktiv: Neben elf Romanen zählen zahlreiche Erzählungen


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