Meinesgleichen

Tierschützer beschmutzen Klenk

Falter & Meinung | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Die Panne war peinlich (S. 4), aber sie hat auch ihr Gutes: Man kann einmal Praktiken zur Sprache bringen, von denen man meint, man könne gegen sie nichts unternehmen. Der Rufmord an Florian Klenk, der aufgrund einer Panne im Blatt stehengeblieben war, stellt keinen Einzelfall dar. Im Gegenteil: Wegen seiner Berichterstattung über den Fall der Tierschützer, der gerade vor Gericht verhandelt wird (S. 14), sieht sich Klenk einer Kampagne der unfeinsten Art ausgesetzt. Mehrfach wurde mir berichtet, dass Diskussionen über diesen Fall und seine Berichterstattung von Sympathisanten der Tierschützer mit der Behauptung eingeleitet werden, Klenk sei in dieser Sache unglaubwürdig, denn er habe ja ein Verhältnis mit einer Dame von Kleider Bauer.

Eine freche Lüge. Aber was tut man dagegen? Tritt man ihr entgegen, setzt man sie wieder und wieder in die Welt. Dennoch muss es sein. Denn der alte, simple Mechanismus der Fama, die Diffamierung, zielt gerade darauf ab, sich nicht mit den Inhalten von Klenks Bericht auseinandersetzen zu müssen, der die Taten der Tierschützer ebenso wenig verschwieg wie die zweifelhafte Anwendung des Rechts in dieser Causa.

Was hier eingefordert wird, ist Sympathisanten-Journalismus, ja Kampagnenjournalismus. Was man halt hierzulande kennt (siehe oben). Man fordert Parteinahme ein. Alles andere wird nicht als Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung verstanden, sondern als feindlich eingestuft. Und mit unlauteren Mitteln bekämpft.


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