Kolumne

In Griechenland türmt sich ein europäischer Scherbenhaufen

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Die griechische Schuldenkrise scheint sich langsam zu entspannen. Den Griechen stehen dennoch harte Jahre bevor: gekürzte Gehälter, höhere Steuern und ein späteres Pensionsalter. Die Entwicklung zeigt, wie wenig Spielraum einer Nation bleibt, wenn sie in eine Finanzkrise gerät und wie sensibel die Beziehungen zwischen europäischen Partnern noch immer sind.

Die Bilder von brennenden Barrikaden in den Straßen von Athen trügen: Die Proteste gegen die Sparmaßnahmen der Regierung halten sich in Grenzen, nur kleine anarchistische Gruppen, die in Griechenland Tradition haben, greifen zur Gewalt. Die beiden großen Gewerkschaftsbünde sind fest im Machtgefüge der sozialistischen Pasok vernetzt, auch im negativen Sinne von Seilschaften und Versorgungsposten. Jetzt organisieren sie Protestkundgebungen und Streiks – mehr um Dampf abzulassen als aus Opposition. Im Wesentlichen tragen sie die Sparpolitik unter der Voraussetzung mit, dass die anstehenden Belastungen sozial gerecht verteilt


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