Nachgetragen

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Exiliraker wählten in Heiligenstadt ihr Parlament in Bagdad

Heike Hausensteiner

Vor 27 Jahren ist Delschad Hothman nach Österreich gekommen, um hier Politologie zu studieren. Als Mitarbeiter der Wahlkommission hat er vorige Woche beobachtet, wie sich die Exiliraker in Wien rege an der zweiten demokratischen Wahl nach Saddam Husseins Sturz beteiligten – im Wahllokal in einem schlichten Bürogebäude in Heiligenstadt.

Mehr als 13.000 Iraker leben in Österreich. Viele von ihnen organisieren sich in Studentenvereinen, NGOs, Theater- oder Musikgruppen. Im Irak gebe es ein großes Korruptionsproblem, sagt Delschad Hothman. Sunniten, Schiiten und Kurden streiten um ihren Einfluss. Ob sich Regierungschef Al-Maliki im Amt halten kann, bleibt abzuwarten. In manchen Gebieten sei zwar vieles getan worden, aber es mangle vielerorts noch immer an Sicherheit, sozialer Infrastruktur oder Wasser- und Stromversorgung, so Hothman, der aus dem kurdischen Nordirak stammt. Ob er Heimweh hat und ans Zurückgehen


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