Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Die „Millionenshow“ wird zehn, und das ist ein schlimmes Zeichen für den Geschmack des heimischen Fernsehpublikums. Lassen wir einmal das System des faden Multiple-Choice-Ratespiels beiseite, in dem immer die Lexikonnerds und Streber am besten abschneiden. Das Ungute an der Sendung ist ihr Moderator. Armin Assinger, der Kärntner Exskifahrer und Wuchteldrucker, ist in seiner testosterongeladenen Blasiertheit kaum zu ertragen. Der Mann gibt sich bodenständig, ist aber nur derb. Er spielt den netten Kerl mit dem Hausverstand, ist aber nur ein eitler Kleinhäusler, der es nach oben geschafft hat. Seine Sprache ist ein Schlag in den Magen, sein Witz eine Zumutung. Doch im ORF gilt er noch immer als der vife Naturbursch mit dem alpinem Schmäh, ein Mann für die breite Masse. An Assingers Beispiel sieht man: Die Skibuben verkommen, wenn sie zu Unterhaltungsstars hochgespült werden. Ihr Showmacher, lasst uns bloß den lieben Knauss-Hansi mit seinem Schladminger Charme in Ruhe!


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