Der Hutschenschleuderer ist tot

Feuilleton | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Robert Palfrader ist nur einer von vielen Gründen, sich „Liliom“ im Volkstheater anzuschauen

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Die vielleicht größte Überraschung dieser Inszenierung ist Hans Kudlichs Bühnenbild. Dieser „Liliom“ spielt nicht im Wurstelprater, sondern in einer verwitterten Industriehalle. In solchen Bühnenbildern finden normalerweise düster-schwere Andrea-Breth-Inszenierungen statt, aber keine Blockbusteraufführungen im Volkstheater.

Hinter den schmutzigen Fensterscheiben regnet es, Starkstromkabel hängen von der Decke, es ist kalt und finster. Das muss man sich erst einmal trauen: Alle wollen Robert Palfrader als Liliom sehen. Und dann sieht man kaum etwas von ihm!

Apropos Palfrader: Der Mann ist zwar kein gelernter Schauspieler, aber er ist Profi genug, um zu wissen, was er kann und was er nicht kann. Also versucht er erst gar nicht groß zu „spielen“ und verlässt sich stattdessen auf seinen Instinkt. Und auf seine Bühnenpräsenz. Das genügt.

Palfrader


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