Willkommen auf der falschen Seite

Feuilleton | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Verstörend komisch: Thomas Vinterbergs Inzestfarce „Das Begräbnis“ im Burgtheater

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Die Familie leckt beim Katerfrühstück ihre Wunden. Am Vorabend, beim Fest zu Vaters 60. Geburtstag, war es zum Eklat gekommen. Sohn Christian hatte den Papa vor der ganzen Familie als Päderast geoutet. Höflich, aber bestimmt wird der Alte jetzt des Raums verwiesen.

So endet „Das Fest“ (1998) des dänischen Filmemachers Thomas Vinterberg. Nicht nur der Film, auch die Theaterfassung war ein Welterfolg. In dem Stück „Das Begräbnis“, das Vinterberg jetzt im Auftrag des Burgtheaters geschrieben und inszeniert hat, wird die Geschichte weitererzählt.

Genau zehn Jahre nach dem „Fest“ ist der Vater nach einem Herzinfarkt gestorben. Anlässlich des Begräbnisses besuchen seine Kinder erstmals wieder das elterliche Hotel. Christian (Martin Wuttke) lebt mit seiner Frau Pia (Dörte Lyssewski), die im „Fest“ noch zum Hotelpersonal gehörte, in Paris. Helene (Christiane


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige