Der Rainer in kleiner

Stadtleben | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Wie aus dem Wiener Stadthallensessel ein Kinderhochstühlchen wurde

Stilkritik: Christopher Wurmdobler

Wer heiratet, denkt unter Umständen auch ans Familiengründen. Und bleibt vielleicht auch ein wenig länger vor den Auslagen der Babyausstatter stehen. Zumindest ging es Bernhard Tweraser so. Der Mann ist 34 und seit letztem Sommer verheiratet. Jedenfalls schaute er sich schon einmal nach Kinderzubehör um und entdeckte in einem Geschäft in Neubau-Bobohausen Hochstühlchen, die zwar sehr ergonomisch, formschön und teuer waren, aber nicht ganz zu seinem Wohnstil passen. Entweder waren sie ihm zu verspielt, zu traditionell oder zu futuristisch. Immer aber irgendwie unpassend.

Dazu muss man wissen, dass der Esstisch bei den Twerasers zuhause eine umfunktionierte alte Hobelbank ist, rundherum originale wie zeitlos schöne Sessel, die der Architekt Roland Rainer 1952 für die Wiener Stadthalle entworfen hat und die über den Antiquitätenhandel oder eBay vertrieben mittlerweile zur gehobenen


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