„Alle Schweinereien meinerseits“

Steiermark | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Ein Pfarrer soll in der Oststeiermark bis zu zwanzig Kinder und Jugendliche belästigt und sexuell missbraucht haben: die Anklage der Opfer, das Geständnis des Pfarrers und das lange Schweigen der Amtskirche

Recherche: Gerlinde Pölsler

Der alte Pfarrer ist, naja, ein wenig fad. Wenn ein Kind den Rosenkranz auswendig aufsagen kann, kriegt es einen Plastikrosenkranz. Einmal soll Martin W.* in der Schule die „fünf B“, die Bestandteile der Beichte, aufsagen. „Besinnen, bereuen, bessern, bekennen, bußen“, rattert er herunter. Bei „Bußen“ kichern alle Kinder, und der Pfarrer weiß nicht, wohin er schauen soll vor lauter Peinlichkeit.

Dann, es sind die späten Siebzigerjahre, kommt ein neuer Pfarrer in das kleine oststeirische Dorf, ein junger Kapuziner, weit gereist, sprachgewandt. „So schön predigt hat er“, erinnert sich eine Frau. Er donnert seine Botschaft durch die Kirche, trägt sie auch noch bis zur letzten Bank. Jung und Alt, regt er an, sollten selbst die Stimmen zu


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