Die späte Beichte eines Pfarrers: „Ja, es war Missbrauch“

Steiermark | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Die Tragweite seines früheren Tuns ist dem Pfarrer, heute in seinen Sechzigern, nicht bewusst. Im Interview parliert er launig, manches klingt schlicht zynisch. Etwa wenn er die Opfer „lieb grüßen“ lässt.

Falter: Mehrere Männer werfen Ihnen vor, Sie hätten sie in ihrer Jugend sexuell missbraucht.

Pfarrer: Es stimmt. Es tut mir eh furchtbar leid, aber ich bin seit circa 25 Jahren clean. Ich habe mich entschuldigt, ich hoffe, bei allen Opfern.

Diese sprechen von Berührungen, Zungenküssen …

Pfarrer: Ja, es war Missbrauch.

Es soll bis zur Befriedigung gegangen sein.

Pfarrer: Ja, leider. Aber hier, wo ich seit zwanzig Jahren bin, kann ich allen Leuten in die Augen schauen!

Im Firmunterricht sollen Sie die Buben gefragt haben, ob sie onanieren.

Pfarrer: Ja, ja und nein. Um ihnen die Skrupel zu nehmen, habe ich versucht zu sagen: Alles und nichts kann Sünde sein. Wenn ich onaniere und zur Umgebung grauslich bin, soll ich drauf verzichten. Aber wenn man sich bemüht, den ganzen Tag liebevoll


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