Dichtes Schilf, fahle Farben, verstellter Blick

Steiermark | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Robert Adrian Pejos kühler, etwas vager Beziehungsthriller „Der Kameramörder“ eröffnet die Diagonale 2010

Filmkritik: Joachim Schätz

Flucht ins Schilf“ heißt ein rauer österreichischer Dorfkrimi von 1953. Gleich in den ersten Minuten setzte dort Regisseur Kurt Steinwender die Neusiedler Bucht als schwarzweiß wogende Zone der Unübersichtlichkeit in Szene: Wege kreuzen sich in mannshohem Schilf, im seichten Wasser treibt eine Leiche.

Seitdem hat der österreichische Film mit der pannonischen Seenlandschaft nicht mehr viel anzufangen gewusst. Bis jetzt: Die Verfilmung von Thomas Glavinics Krimiroman „Der Kameramörder“, mit der die Diagonale eröffnet wird, transponiert die Handlung aus der Steiermark ins ungarisch-österreichische Grenzgebiet am Ufer des Neusiedler Sees. Konsequent macht sich Regisseur Robert Adrian Pejo dabei die ästhetischen Vorgaben des Schilfgürtels zunutze, der den Blick verstellen und idyllische Landschaften klaustrophobisch verengen kann. Sogar die


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