Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 10/10 vom 10.03.2010

Agonie, Telegonie, Rosenkranz beten

Eine aufmerksame Mutter appelliert an die Linken: Kriegt mehr Kinder! Tatsache ist, dass Barcelona im letzten Monat eine kleine Geburtenexplosion verzeichnen konnte, Wissenschaft und Publizistik haben auch keine Zweifel, woran das liegt: am Classico (spanisches Fußballderby) im Spätfrühling 2009, als Real Madrid mit 6:2 gedemütigt wurde. Wenn es in Graz jetzt immer weniger (nicht nur linke) Kinder zu feiern gibt und der GAK zum dritten Mal seit 2007 Insolvenz beantragen muss, welche Konsequenzen ziehen wir daraus? Erstens: Der GAK muss gerettet werden und irgendwann wieder ganz oben spielen, dann wird auch wieder erfreut gezeugt. Und dann wird ein Phänomen ins Spiel kommen, das ein Grazer Professor in einer Monografie erfreulich genau erklärt: die Telegonie. Sie beschreibt, dass der Gedanke an einen bestimmten Menschen während des Zeugungsakts (mit einem anderen Menschen) bereits eine formative Auswirkung auf die Entwicklung des Embryos hat. Und bei aller Fairness muss man sagen: Beim GAK sind schöne Menschen aufm Platz gestanden, bis zuletzt, schöner als die Kapfenberger (die aber auch schön sind), und es wäre auf lange Sicht gesehen, ja: fahrlässig, diesen Verein untergehen zu lassen. 900.000 Euro sind jetzt auch nicht so viel für eine bevölkerungspolitische Intervention. Noch ist es nicht zu spät.

Dramatiker Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


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