Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Das Feuilleton kommt aus dem Jetlag gar nicht mehr raus“, meint Artdirektor-Stellvertreter Raphael „Murgh“ Moser, und wir wollen ihm da weder widersprechen noch zu Erklärungen ausholen, die nur dazu angetan wären, die zarten Nebel des Mysteriums zu zerreißen, sondern allenfalls noch erwähnen, dass der eine Redakteur gerade aus New York angekommen war, als der andere gerade Richtung Montreal aufbrach.

Das klingt super weltläufig, wäre aber nix für die Stamm- oder Leihspieler aus dem Politikressort: Da muss es schon Moldawien oder Murmansk sein. Zwischenzeitlich sollte aber durchaus das Modell gehaltvollen Daheimbleibens gewählt werden. Joseph Gepp ist zwar ein echter Weltläufigkeitsweltmeister, aber in Ländern mit strengen Anti-Raucher-Auflagen hat er nichts verloren. Im Rauchen ist er ein Ass, im Langstreckenlauf ist es naturgemäß eher komplementär bestellt, was den Gepp-Sepp aber nicht daran gehindert hat, auf den Wiederantritt der Laufgemeinschaft Bleiwüste zur Marathonstaffel beim Vienna City Marathon zu drängen, die es 2009 mit der ziemlich beschämenden Nettozeit von 04:14:40 auf Platz 569 schaffte. Neben Gepp und mir wurde diese Schmach noch von Christoph Heshmatpour und Daniel Nutz verursacht/geteilt, die ganz offensichtlich mehr über Sport schreiben, als einen solchen zu betreiben. Noch bewundernswerter als Gepps anhaltender sportlicher „Ehrgeiz“ ist dessen Begründung: „Angesichts des Vorjahresergebnisses können wir eigentlich nur gewinnen.“ Den Satz können sich die österreichischen Skifahrer schon mal merken.


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