Kommentar

Warum ein Prozess wie in Korneuburg nicht die Ausnahme sein darf

Causa Krems

Matthias G. Bernold | Falter & Meinung | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Es ist einmal zum Heulen und zweimal zum Jauchzen: das Urteil am Landesgericht Korneuburg gegen jenen Streifenpolizisten, der im vergangenen August einen 14-jährigen Einbrecher in einem Kremser Supermarkt erschoss. Getrost jauchzen darf man, weil erstmals in der jüngeren österreichischen Geschichte ein Polizist nach tödlichem Waffengebrauch verurteilt wurde. Jauchzen auch, weil dieses Urteil zeigt, dass Österreich über couragierte Richter wie Manfred Hohenecker verfügt, der alles unternahm, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Heulen sollte man andererseits, weil wieder einmal die Schwäche unserer Ermittlungsbehörden sichtbar wurde, die immer dann durchschlägt, wenn es darum geht, Täter in den eigenen Reihen zu überführen.

Acht Monate Freiheitsstrafe (bedingt) und der damit verbundene Verbleib in den Reihen der Ordnungshüter mögen milde erscheinen, vor allem wenn man bedenkt, dass manche Täter schon wegen mehrerer kleiner Eigentumsdelikte Jahre hinter Gitter wandern. Bedenkt

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