Die Leiden des Zöglings H.

Politik | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Ein ehemaliger Zögling, der im Stift Wilhering missbraucht wurde, bricht nach 40 Jahren sein Schweigen. Eine Recherche

Bericht: Stefan Apfl

Pater K. tat es nur nachts. Wenn das Licht erloschen war und die Zöglinge im Saal schon schliefen, holte er Helmuth Pink* in seine Kammer, um mit ihm über Sexualität zu sprechen, über Pubertät und Erektionen, Mädchen und Küsse. Manchmal steckte der Erzieher dabei eine Hand in seine eigene Hose, mehrere Male streichelte er auch den Penis des damals Zehnjährigen.

Pater F.* tat es zu jeder Tageszeit, er schlug auch zu, wenn andere Schüler zusahen. Abends, wenn der Internatsschüler nicht schlafen wollte, riss der Erzieher ihn aus dem Bett, verpasste ihm ein paar Ohrfeigen und schleppte ihn hinaus auf den Gang. Dort, vor dem Heizkörper, musste er knien und Balladen lernen. Ein, zwei Stunden lang kniete Pink dort, und wenn er die Ballade danach nicht auswendig aufsagen konnte, schlug Pater F. wieder zu, fünf-, sechsmal.

So schildert es der 55-jährige


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