Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Anna Sawerthal | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Dicke Luft und späte Einsicht: Kaffeesieder gegen das Rauchergesetz

Berndt Querfeld ist Nichtraucher. Das neue Tabakgesetz, das Nichtrauchern mehr Platz in Lokalen zugesteht, betrachtet er dennoch mit Argwohn. Als Chef des Wiener Landtmann und Obmann der Fachgruppe Kaffeehäuser in der Wirtschaftskammer sieht er in der Raucherdebatte ein wirtschafts- und kein gesundheitspolitisches Problem. Denn mittelgroße Betriebe zwischen 50 und 80 Quadratmetern würden einen Wettbewerbsnachteil erleiden: Sie müssen ihr Lokal in Raucher- und Nichtraucherzonen unterteilen, sofern das baulich möglich ist. „Sie schreiben Palmers auch nicht vor, 50 Prozent ihrer Verkaufsfläche Männern zu widmen“, sagt Querfeld und plant eine Urabstimmung unter Kaffeesiedern, um die allgemeine Stimmung zu erheben. Er fürchtet, dass mit Ende der Übergangsfrist im Juni viele Betriebe zusperren müssen. Zumindest die Frist müsse verlängert werden. Die Aufregung kommt spät: Das Bundesgesetz ist seit dem Vorjahr in Kraft.


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