Das Fiktive ist nicht unbedingt falsch

Feuilleton | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Im Außenseiterkino von Romuald Karmakar geht es immer darum, sich selbst ein Bild zu machen

Werkporträt: Michael Pekler

Adolf Hitler mit einem Schneeball zu bewerfen, ist vielleicht eine lustige, aber keine gute Idee. Beim Ausflug mit Freunden ins verschneite Berchtesgaden der 20er-Jahre vergnügt sich der „Führer“, der noch keiner ist, am zugefrorenen Königssee und beim Schlittenfahren. Aber er kann es gar nicht leiden, beschossen zu werden, wie sein damaliger Freund, der uns die zerkratzten Erinnerungsfilme vorführt, anmerkt. Und tatsächlich: Hitler schießt zurück.

„In diesem Film ist alles Dokumentarische real und alles Fiktive nicht unbedingt falsch“, liest man zu Beginn von Romuald Karmakars erstem Langfilm „Eine Freundschaft in Deutschland“ (1985), in dem der Filmemacher die Jungherrenjahre Hitlers als Homemovie – zwischen aktuellen Aufnahmen historischer Münchner Schauplätze – nachstellt. Wir sehen „Adi“, gespielt von Karmakar selbst, auf dem Faschingsball

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