Die drei von der Baustelle

Feuilleton | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Eine vorbildliche Schau im Az W würdigt die architektonische Pionierarbeit der Arbeitsgruppe 4

Ausstellungskritik: Jan Tabor

Die Festtafel ist reich gedeckt, doch sie biegt sich nicht. Bis auf ein schwarzweißes Großfoto an der einen und einer Ansammlung von dicht affichierten Plakaten an der anderen Stirnwand besteht die ganze von Siegfried Loos und Margot Fürtsch (polar architekturbüro) gestaltete Ausstellung aus einem einzigen Tisch. Und etwa einem Dutzend funktionalistischer Küchenhocker.

Der Tisch ist allerdings rekordverdächtig: 25 mal vier Meter groß und außerordentlich dick, 7,5 Zentimeter. Vier unbeschichtete Spanplatten wurden aufeinandergelegt, in die viele unterschiedlich große und tiefe Mulden eingeschnitten wurden, sodass die flache Großschautafel an den Manövertisch eines Generalstabs erinnert.

Die militärische Assoziation mag angesichts der drei völlig unzornig aussehenden jungen Männer auf dem Stirnwandfoto verfehlt erscheinen. Aber sie stimmt. Denn das, was die


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