Die Globalisierung vor der Globalisierung

Feuilleton | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Die Malkunst Jan Vermeers ist keine rein europäische Sache. Man müsste nur die Augen aufmachen

Kommentar: Nancy Adajania

Immer wenn ich in Wien bin, pilgere ich ins Kunsthistorische Museum, so auch unlängst in die Sonderausstellung „Vermeer – Die Malkunst. Spurensicherung an einem Meisterwerk“. Die von Sabine Pénot und Elke Oberthaler kuratierte Schau lädt die Besucher zu einem Close Reading von Vermeers berühmtem, um 1666/68 geschaffenem Werk, der Allegorie der Malkunst, ein; der kreative Akt und seine Kontexte werden in diesem Gemälde in Szene gesetzt.

Die Ausstellung hat meine Erwartungen leider enttäuscht. Sie konzentriert sich auf technische Details, die inzwischen hinlänglich bekannt sind, beispielsweise auf Vermeers Gebrauch der Camera Obscura und des Zeichenrahmens. Weiters stehen Fragen der Konservierung im Vordergrund, etwa die Zusammensetzung der Farbpigmente. Solche Untersuchungen reichen in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, als die berühmten Fälschungen

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