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Grundkurs Kochen (68)

Stadtleben | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

So günstig ist der Chinakohl, der macht dir nicht die Börse hohl

An Chinakohl kommt man nicht vorbei. Das preiswerte Gemüse aus der Familie der Kreuzblütengewächse wird nicht aus China importiert, sondern wächst ganzjährig bei uns. Da sollte man auch einmal zur Abwechslung in den Bioladen gehen und sich so einen lindgrünen Konus leisten. Wegen seines hohen Eiweiß- und Kaliumgehalts eignet er sich gerade in der kalten Jahreszeit vorzüglich dazu, als einfach angerichteter Salat zu jedweder Speise gereicht zu werden.

Einfach in feine Scheiben schneiden – von der Spitze hin zum Boden. Hernach werden die in Rippen zerfallenen Teile gewaschen, am besten im Sieb und darin abtropfen lassen. Für die Marinade eignet sich am besten Kürbiskernöl (3 Teile), Apfelessig (1 Teil), Salz je nach Vorliebe und Honig zum Abrunden. Geschüttelt natürlich, nicht gerührt! Es geht auch wenig von diesem wertvollen Gemisch verloren, weil alles an den wunderbar krausen Chinakohlblättern haften bleibt. Diese Sache verwandelt dreijährige Schokoladenfresserchen in wahre Salatmutanten à la John Waters’ Film „Pecker“.

Aber so wie die Rote Rübe jahrzehntelang ihr Dasein als Salatgemüse in Großmutters Küche fristen musste oder die Zwiebel als Geschmacksknecht ohne erkennbare Form, soll auch der Chinakohl aus diesen Fängen befreit werden: im Wok gebraten, rouladenmäßig mit Fleisch, Reis oder Gemüse gefüllt, als Eintopf, gratiniert oder milchsauer eingelegt. Für letztere Variante verabschieden wir uns aber in das ferne Korea. Ob es wohl regionales Gimchi gibt? MS


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