„Klima der Wahrhaftigkeit“

Steiermark | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Wie die steirische Kirche jahrelang einen Pfarrer schützte, der in der Oststeiermark Buben missbraucht haben soll – und wie der Vatikan unter Papst Benedikt XVI. den Schuldspruch seines eigenen Kirchengerichts aufhob

Recherche: Gerlinde Pölsler

Es gibt Augenblicke, die brennen sich einem ins Gedächtnis. Franziska M.* und ihr Mann, sie wohnen in einer kleinen oststeirischen Gemeinde, statten dem Herrn Pfarrer in dessen Haus in Graz einen Überraschungsbesuch ab. Einer ihrer Söhne, zwölf, ist für ein paar Tage mit ihm gefahren, um bei Reparaturarbeiten zu helfen. Der Pfarrer wirkt bei der Begrüßung eigenartig nervös, fast panisch, lässt die Eltern nur bei der Tür hereinschauen und bugsiert sie gleich ins nächste Wirtshaus. Dann der Abschied, wieder an der Wohnungstüre. Das ist der Augenblick, den Frau M. nie mehr vergessen wird, obwohl er jetzt mehr als zwanzig Jahre her ist. „Der Thomas* ist hinter dem Pfarrer gestanden, mit riesigen Augen. Er hat gesagt, er würde gern mit


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