Was ist solidarische Ökonomie?

Extra | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Die Idee stammt aus Brasilien. Sie steht für eine alternative, nicht-kapitalistische Form des Wirtschaftens und für bedürfnisorientiertes, soziales, demokratisches und ökologisches Arbeiten. Jeder Mensch sei ein Teil der Gesellschaft und seine Arbeit damit gleichermaßen wichtig. Kooperative Gemeinschaften verwalten ihre Produktion selbst. Die Menschen entscheiden selbstständig, was mit ihren produzierten Gütern oder Dienstleistungen passieren soll. Für die „KriSU“ ist die Solidarische Ökonomie deshalb ein wichtiger Punkt, weil sie eine andere Art der Wissensproduktion benötigt und auch das Wissen selbst solidarökonomisch generiert werden muss. An brasilianischen Universitäten gibt es solche Bildungswerkstätten, so genannte „Inkubatoren“, wo Wissen für und zusammen mit Solidarischer Ökonomie gebildet und gemeinsam eine solidarische, selbstverwaltete Arbeitsweise und Kooperation entwickelt wird. In Deutschland untersuchten Wissenschaftler der Uni Kassel vor drei Jahren unter dem Begriff in fünf Landkreisen und der Stadt Kassel alternative Inseln im kapitalistischen Meer. Sie fanden 142 solidarische Betriebe mit zusammen 19.000 Beschäftigten. Zwei Drittel der Betriebe verbuchten sogar Überschüsse. Ähnliches will jetzt die „KriSU“ in Österreich untersuchen.


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