Einfach mal ausschalten

Extra | Raffael Fritz | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Die kleine Dosis Eskapismus zwischendurch: bei Leistungsdruck, Zukunftsangst und Konkurrenzdenken bietet sie einen sicheren Hafen. Die Wege dorthin können sehr verschieden sein.

Aufrecht und adrett gekleidet sitzen die beiden Mädchen da. Im Hintergrund läuft Klavier-Jazz. Sie antworten mit gewählten Ausdrücken, ganzen Sätzen in klarem Hochdeutsch. „Junkies“ – das wäre das letzte Wort, das einem beim Anblick der beiden einfallen könnte. „Ab wann ist man denn ein Junkie?“ fragt Karla: „Ich würde eher sagen, wir haben ein sehr ausgefallenes Hobby.“

Karla, Anna und ihre Freunde treffen sich regelmäßig in einer Wohnung und konsumieren synthetische Drogen. Einfach mal umschalten, in einen anderen Bewusstseinszustand. Energie und Euphorie. Mal alles aus einer anderen Perspektive sehen. Sich mit den anderen eins fühlen, weil alle das Gleiche fühlen, ausgelöst von den gleichen chemischen Stoffen. Zusammengehörigkeit auf Abruf. „Der Freundeskreis würde aber auch ohne


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