Kabarett Kritiken

Der Alltag fragt, Klaus Eckel antwortet

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Wie kann ein hypochondrischer Grantler bloß so viel Sympathie ausstrahlen? Vielleicht hängt es damit zusammen, dass Klaus Eckel wie der junge Peter Kraus aussieht. Wenn er, fasziniert von den eigenen Schmähs, in seinen nicht vorhandenen Bart oder in sein Keyboard grinst, ist das jedenfalls ansteckend. Dabei könnten die Themen in Eckels neuem Programm „Alles bestens, aber...“ alltäglicher nicht sein: Der Kabarettist mimt einen fleißresistenten, kränkelnden und oberschlauen Sofabewohner, der seiner Wut zum Zustand der Konsumwelt freien Lauf lässt. Die Fragen, die er sich dabei stellt, sind bestenfalls originell formuliert. Etwa: Warum muss ein Tankwart heutzutage in einem Glashütterl Brot backen? Oder, bezogen auf das beliebte schwedische Möbelhaus: Wohnst du schon, oder hackst du noch? Die Antworten, auf die Eckel stößt, sind allerdings immer wieder entwaffnend: Würde der Mensch nicht von Affen, sondern vom Marder abstammen, dann hätten auf der Obstwaage im Supermarkt nicht Bananen, sondern Bremsleitungen die Einsertaste.

Kabarett Niedermair, So 19.30


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