Buch der Stunde: Eifersucht als Geisteskrankheit

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Kennen Sie den? Catherine Millet hat ein Buch über Eifersucht geschrieben. Kein Scherz: Die französische Kunstkritikerin, die in dem Bestseller „Das sexuelle Leben der Catherine M.“ (2001) ihre Gruppensexerlebnisse Revue passieren ließ, hat mit „Eifersucht“ ein mindestens ebenso intimes Buch nachgelegt.

Minuziös beschreibt Millet eine sich über fast drei Jahre hinziehende „Krise“, in die sie geriet, nachdem sie auf dem Schreibtisch ihres Mannes das Foto einer nackten jungen Frau gefunden hatte. Es ist, wie ihre Recherchen ergeben, nicht seine einzige Liebhaberin.

Dass sie eigentlich kein „Recht“ darauf hat, eifersüchtig zu sein, ist Millet zwar bewusst, es ändert aber nichts daran. Bald wird klar, dass es sich bei ihrer Eifersucht um eine Art Geisteskrankheit handelt. Millet, die im Zuge der Krise schließlich einen Analytiker aufsucht, unternimmt in dem Buch eine erstaunlich luzide Selbstanalyse. Und obwohl es nicht immer ganz leicht fällt, sich in den verschlungenen


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