Ohren auf: frisches Austro-Vinyl

Sammelkritik

Gerhard Stöger | Lexikon | aus FALTER 11/10 vom 17.03.2010

Anfang der 90er sah es ernsthaft so aus, als würde die Schallplatte vom Markt verschwinden. „Save the Vinyl“ titelte damals ein hübscher Sampler der Wiener Szene.

20 Jahre später ist die CD de facto dem Download gewichen, die unhandliche schwarze Scheibe lebt nach wie vor. Was gerade im Popunderground weniger audiophile als haptische Gründe hat: Die Schallplatte taugt halt einfach zum Kunstwerk, weit über die Musik hinaus.

Das beste aktuell Beispiel dafür ist „Flugfeld“ (Rock Is Hell), das Debüt des irgendwo zwischen Improvisation, Noise, Free Jazz und der Lust am unkonventionellen Groove angesiedelten gleichnamigen Wiener Trios, bestehend aus Helge Hinteregger (Stimmbandmalträtierung), Martin Zrost (Bass, Saxofon) und Paul Skrepek (Schlagzeug).

Die aufregende Musik steckt in einer kunstvollen Verpackung; bei 302 Stück Auflage sind vier Covermotive verfügbar, das Vinyl ist weiß, und die B-Seite läuft von innen nach außen (nimm das, iPod!).

Hella Comet sowie Laokoongruppe

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