Kritiken

Schöner Wohnen in der Drachengasse

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Der moderne Mensch und sein einsames Glück mit den Konsumgütern seiner Wahl: So könnte man die Klammer der Monologe beschreiben, aus denen Ingrid Lausunds „Zuhause“ besteht. Die Szenen reichen von plakativ à la „Selbstkritische Standard-Leserin möchte sich mit ihrer türkischen Putzfrau befreunden und scheitert an deren Kopftuch“ bis zu einer rasend komischen Version von „Ehemann allein zu Hause“. Clemens Matzka erntet in dieser Rolle – wie auch als renitenter, von der Marktforschung als Zielgruppendurchschnitt erwählter Kunde eines Möbelhauses – die meisten Lacher. Aber auch Monika Pallua und Petra Strasser haben in Christine Wipplingers Inszenierung ihren Anteil an der Erschaffung von zeitgeistigen Charakteren in schwankenden Eigenheimidyllen mit blauer Blätter- und rot-grüner Rosentapete. Wenn die Traumoase im „Palazzo“-Badezimmer von hungernden Afrikanern bevölkert wird, ist es aber plötzlich nimmer lustig – und überhaupt weiß man nicht so ganz, wo die Reise eigentlich hingehen sollte.

Theater Drachengasse, Fr, Sa, Di, Mi, Do 20.00


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