Kritiken

Ein Ärgernis: Macbeth auf der Meta-Ebene

Lexikon | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Schon nach 15 Minuten waten die Schauspieler knöcheltief durchs Theaterblut: In der Garage X wird Shakespeare gespielt – jedenfalls ein bisschen. Ali M. Abdullah, Co-Ddirektor des neuen Theaters, gibt mit „Macbeth“ seinen Einstand. Das ist mutig, weil der blutige Schotten-Schocker als verhextes Stück gilt. Daran zu scheitern ist also grundsätzlich keine Schande; die Art und Weise, wie „Anarchie Macbeth“ in die Hose geht, ist allerdings ein Ärgernis. Die Inszenierung macht sich erst gar nicht die Mühe, sich in das Stück zu begeben, sondern flüchtet sofort auf die bequeme Meta-Ebene. Die Schauspieler stehen demonstrativ neben ihren Rollen; sie schmieren, was das Zeug hält, und distanzieren sich gleichzeitig dafür; sie steigen aus Rollen aus, in denen sie nie drin waren, und rufen am Ende überraschend zu einer Art Weltrevolution auf. Der mit Abstand hohlste und quälendste Theaterabend, den die Stadt derzeit zu bieten hat.

Garage X, Mi 20.00


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