Kritik

Dem Gesamtbild einer Kunstszene näherrücken

Lexikon | Manisha Jothady | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Ein Werbeartikel, der in einer österreichischen Tageszeitung im Vorfeld der aktuellen Kunsthallenausstellung „Lebt und arbeitet in Wien III“ erschien, habe ihn spontan zu einer umfassenderen Sicht auf die hiesige Kunstszene bewogen, sagt Mounty R.P. Zentara. Während die Institution im Museumsquartier mit 32 von auswärtigen Kuratorinnen ausgewählten Kunstschaffenden „den künstlerischen Plafond Wiens“ neu vermisst, leuchten Zentara und seine Partnerin Karin Sulimma mit 153 Positionen jene Ecken des hiesigen Kunstgeschehens aus, in die der Blick international renommierter Ausstellungsmacher nur in den seltensten Fällen fällt. In nur 16 Tagen haben die beiden Künstler und Betreiber des Area 53 eine Ausstellung auf die Beine gestellt, die jene Dynamiken nachvollziehen lässt, die Wien als Kunststandort so lebendig machen.

„Wir leben und arbeiten in Wien“ heißt die sich über drei Etagen erstreckende Bestandsaufnahme, die im Untertitel den Vermerk „Brighten the Corners“ trägt. Auswahlkriterien gab es kaum, bis wenige Stunden vor der Eröffnung konnten Werke eingereicht werden. Auch Erwin Wurm hat eine seiner Skulpturen beigesteuert: ein Essiggurkerl, das auf einem Sockel thront und nun die Auslage des Ausstellungsraums bereichert. Neben renommierten Größen begeistern hier vor allem die Arbeiten einer Reihe noch weniger bekannter Namen. Die Malerei ist das dominierende Medium in dieser Schau. Aber auch Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Videos und Installationen verdeutlichen das breite Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen. Der Besuch dieser Ausstellung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Er verspricht nicht nur Neuentdeckungen, sondern garantiert auch jenen unvoreingenommenen Blick auf Kunst, der nur Ausstellungen von Künstlern für Künstler zu Eigen ist.

Area 53, bis 9.5.


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