Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Martin Gantner | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Neustart mit Würstel: wenn sich Obdachlose selbstständig machen

Den Stephan Rebel habe er im Obdachlosenheim VinziBett kennengelernt, sagt Erich Rainer. „Zimmergenossen.“ Beide arbeitslos und ohne Bleibe. All das kam völlig unverhofft und unerwartet – zumindest für Rebel. Als Tunnelbauer Rainer schon länger berufsunfähig war, hatte Rebel noch einen gutbezahlten Job: als Manager eines Großkonzerns in Tokio und Shanghai. Dann das Burnout, die gescheiterte Beziehung und schließlich ein Leben auf der Straße. „So schnell kann’s gehen“, sagt Rebel. Jetzt wollen beide neu beginnen. Mit Vinzi-Würstel, dem ersten sozialen Würstelstand Österreichs. Täglich bis zwei Uhr in der Früh verkaufen Obdachlose Debreziner und Eitrige am Johann-Nepomuk-Berger-Platz in Ottakring. Drei Arbeitsplätze wurden so geschaffen, weitere sollen folgen. „Sicher wird es Rückschläge geben“, sagt Rainer. „verkaterte Verkäufer und so“. Aber man wälze schon Expansionsideen. „Ich will schließlich nicht bis an mein Lebensende Würstel braten.“


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