Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Marianne Schreck | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Herr Ursprunger, warum zeigen Sie uns einen so ekeligen Fisch?

Eine Frau hält einen eindrucksvoll hässlichen Fisch in ihrer linken Hand und schaut ihn mit einem Ausdruck von Ekel und Vorfreude an. Es liegt ein Messer auf dem Brett. Sie wird in ihrem wallenden Gewand fast eins mit dem dunklen Hintergrund. Allein ihr helles Haar und der rote Körper des Drachenkopfs stechen als Farbpunkte aus dem grauen Umfeld. Die Situation hat etwas Unheimliches an sich.

Von Küchenwerbungen ist man es normalerweise gewohnt, dass sie in ein weißes oder stahlglänzendes Umfeld getaucht sind. Anders die Werbelinie von ewe, die sich mit dieser Farbwahl von anderen Werbungen abgrenzt. „Der dunkle Hintergrund bietet eine gute Kontrastmöglichkeit, außerdem haben wir damit eine gewisse farbliche Eigenständigkeit in der Werbelinie von Küchen erreicht“, sagt der zuständige Werber Marco Ursprunger von der Agentur vorauer, friends*. Insgesamt wurden fünf verschiedene Sujets produziert, wobei hauptsächlich zwei davon via Print, Web und City-Lights verbreitet werden.

Dass Küchenutensilien dabei kaum eine Rolle spielen, hat damit zu tun, dass die Figuren im Bild eben noch keine ewe-Küche haben. „Man sieht die Menschen dabei, wie sie ihren alltäglichen Tätigkeiten in der Küche nachgehen. Aber sie halten sich noch nicht in der perfekten Küche auf. Sie träumen davon“, so Ursprunger. Dass die Küche nicht nur als ein Ort begriffen werden soll, in dem Pflichten zu erfüllen sind, gehört schon lange in das Repertoire von Werbekonzepten. Das Erreichen von neuen Zielgruppen stellt aber immer wieder neue Herausforderungen an die Pole Wiedererkennung und Innovation. Das zweite Sujet zeigt einen Mann, der gerade dabei ist, einen Pizzateig hingebungsvoll zu bearbeiten, und dabei eine Menge Mehl aufwirbelt.


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