Musikanten ohne Stadl

Feuilleton | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Mit klassischen Instrumenten und Popappeal mischen Netnakisum und Aufstrich die Volksmusik auf

Doppelporträt: Carsten Fastner

Was ist eigentlich ein Musikant? Steht er für einen Protagonisten des gleichnamigen öffentlich-rechtlichen Stadls, gar im Verdacht reaktionärer Heimattümelei? Oder doch eher für erzmusikalische Spielfreude und Vitalität, unmittelbaren Ausdruck und mitreißenden Vortrag?

Als der Begriff vor vierhundert Jahren aufkam und allmählich den des Musicus verdrängte, bezeichnete er noch schlicht jeden, der irgendwie Musik machte. Doch je mehr sich die Tonkunst verfeinerte, Tondichter und Virtuosen in Adelshöfen und bürgerlichen Salons Einzug hielten, umso weniger galt er, der Musikant.

Bald sah man in ihm nur noch einen Nachfahren der mittelalterlichen Spielleute, einen kaum ausgebildeten Gelegenheitsmusiker – ehe eben diese Stigmata um 1900 zu den neuen Vorzügen eines ungekünstelt aufspielenden Laienmusikers umgedeutet wurden. Nur um wenig später von Nazis und

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