Wien ist Wirklichkeit, Tropea der Traum

Feuilleton | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Ein Italiener in Wien: Peter Schreiners Dokumentarfilm „Totó“ ist das melancholische Dokument einer Begegnung

Filmkritik: Michael Omasta

Antonio Cotroneo, ein Mann von 50 Jahren, lebt in Wien. Er arbeitet als Billeteur im Konzerthaus, ist mit einer Hiesigen verheiratet, sie haben vier Kinder zusammen. Jedes Jahr im Spätsommer besucht er Tropea, das Fischerdorf in Kalabrien, in dem er aufgewachsen ist. Die alten Freunde und Verwandten dort rufen ihn Totó.

„Totó“ heißt auch der Film, den Peter Schreiner über Antonio Cotroneo gemacht hat, oder besser: mit ihm gemacht hat, denn seine Biografie, seine Geschichte, sein Beruf und seine Familie spielen darin nur mittelbar eine Rolle. „Totó“ ist ein Dokument eines Sichkennenlernens, einer gemeinsamen Arbeit, eventuell auch einer Freundschaft – keine Erzählung jedenfalls, sondern eine Erfahrung.

Wien ist Wirklichkeit, Tropea der Traum. Eine unbestimmte Sehnsucht treibt Totó von hier nach dort. „Ist gut“, sagt er, im dicken


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