Blechschaden und Blumenkohlröschen

Feuilleton | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Mit seinem Roman „Freelander“ ist Miljenko Jergovic´ ein Roadmovie durch die Phantasmen Ex-Jugoslawiens gelungen

Buchkritik: Klaus Nüchtern

Spätestens mit seinem Opus magnum „Das Walnusshaus“ (2008; im Original: 2003), das die Genese des jugoslawischen Bürgerkriegs im Krebsgang bis zum Ende des Osmanischen Reichs zurückverfolgt, gilt der 1966 in Sarajevo geborene und heute in Zagreb lebende Miljenko Jergovic´ als einer der herausragenden europäischen Erzähler. In seinem jüngsten Roman „Freelander“ (2007) geht es dosierten Tempos (maximal 130 km/h!) nach Südosten, auf der Zeitachse aber in beide Richtungen.

Die Fahrt von Zagreb nach Sarajevo, die der pensionierte Karlo Adum in seinem orangen Volvo (Baujahr 1975, Originallackierung) unternimmt, führt ihn auch der eigenen Vergangenheit entgegen: zum einen, weil er seine Geburtsstadt schon als Schüler fluchtartig verlassen musste (die Gründe dafür erfahren wir relativ spät), zum anderen, weil während der Fahrt unwillkürlich


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