Ein Virtuose der Normalität

Feuilleton | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Die erstaunliche Karriere des Schauspielers Norman Hacker, der jetzt in der Josefstadt gastiert

Porträt: Wolfgang Kralicek

Norman Hacker ist ein Spezialist für Unsympathler. Er war der Ehemann in Ibsens Emanzipationsdrama „Nora“ und der verklemmte Thomas Buddenbrook, er spielte den bigotten Tartuffe und den Serienmörder-Yuppie Patrick Bateman aus „American Psycho“.

So wie Hacker diese Figuren spielt, werden sie einem zwar nicht sympathischer, aber man interessiert sich für sie. Ein Serienmörder sieht bei ihm so unscheinbar wie ein Bankdirektor aus; umgekehrt schwingt der Serienmörder mit, wenn Hacker einen Bankdirektor spielt. „Es interessiert mich, Abgründe und Diskrepanzen in Figuren zu erspielen“, sagt Hacker. „Und die findet man eben oft in sogenannten Normalos.“

Bei der Rolle, mit der er demnächst sein Debüt in der Josefstadt gibt, verhält es sich anders. In dem Holocaust-Schwank „Jedem das Seine“ von Silke Hassler und Peter Turrini studiert ein Grüppchen

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