Basics

Grundkurs Kochen (69)

Stadtleben | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Die Prinzessin ist uns schnuppe, wir kochen einfach Erbsensuppe

Wer erinnert sich noch an die Erbswurst, die im Kochtopf der preisbewussten Frau des Hauses landete? Wer aß die grün-wässrige Suppe nicht mit speichelnden Lefzen, nach einem schweißtreibenden Fußmarsch in den Bergen, in der Hütte, mit einem Paar Frankfurter darin schwimmend? An dieser Stelle wollen wir aber nicht der Fertigprodukte gedenken, sondern das Gute und Einfache ehren.

Da wäre die Erbsensuppe italienischer Machart. Dazu weichen wir grüne, getrocknete Erbsen lange, lange in Wasser ein, ohne sie vorher in irgendeiner Weise zu präparieren (über Nacht!). Waschen, frisches Wasser in einen Topf geben (ungefähr die doppelte Menge), halbweiche Erbsen hinzufügen. Nun wird dieses Gemisch lange, lange auf mittlerer Hitze zugedeckt gekocht (am besten ein bis zwei Stunden, Wasser nachgießen). Wenn die Erbsen wirklich weich sind, salzen, Suppenwürfel einstreuen, noch einmal aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Jetzt ein wenig Olivenöl untermischen und mit dem Mixstab zu einer feinen, sämigen Masse pürieren. Einen kräftigen Schöpfer in den Suppenteller, un poco di Ricotta unterrühren. Mit einem Blättchen Oregano und einer frischen Ciabatta schaut die Welt schon gar nicht mehr so grau aus, wie sie sich uns die längste Zeit präsentierte. Vergessen wir das tragische Ende von Woyzeck und seiner Marie: Nach einer wahnwitzigen Erbsendiät seiner Integrität beraubt, stach er ein auf sein Mädchen, ihre Sinne waren von der mannigfachen Fleischeslust getrübt. ms


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