Aphrodisisch tränenreich

Stadtleben | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Es ist zum Krenreiben. Und das freut Christen, Juden und Feinschmecker gleichermaßen

Gericht, bericht & fotos: irena rosc

Rotgefärbte Eier und Krenstangen sind zu Ostern, dem wichtigsten Fest der Christen, Symbole für vergossenes Blut und Nägel, mit denen Christus ans Kreuz genagelt wurde. Ein Korb, gefüllt mit Speisen für das festliche Osterfrühstück, wird zuerst zum „Segen“ in die Kirche getragen und wäre ohne Kren oder Meerrettich nicht komplett.

Auch zu Pessach, einem der zentralen Feste im Judentum, dem „Fest der ungesäuerten Brote“, welches heuer am Abend des 29. März beginnt, sind Eier und Kren zwei wichtige Festmahlzutaten auf dem Sederteller. „Chrein“ als Zeichen der Bitterkeit der Knechtschaft in Ägypten und ein gesottenes Ei, zum Zeichen der Gebrechlichkeit menschlicher Geschicke, aber auch der menschlichen Fruchtbarkeit und als Zeichen der Trauer um den zerstörten Tempel in Jerusalem. Beim Krenreiben, wenn die Senföle frei werden, weint man sowohl als


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