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Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 12/10 vom 24.03.2010

Lokale Helden

LH ist eigentlich die Abkürzung für Landeshauptmann, die Werber von Franz Voves (SP) versuchen, LH nun aber in die Abkürzung für local hero umzudichten und Voves als solchen zu stilisieren. Unter dem Namen „local hero“ werden seit Kurzem im hippen Lendviertel Voves-Devotionalien verkauft. T-Shirts und Taschen mit Voves-Sprüchen: „Wenn i’s net bring, schleich i mi wieder“. Verschenkt werden Coladosen mit dem Aufdruck: „Nimm a Cola und schleich di“. Das kommt also dabei heraus, wenn eine Partei wie die SPÖ versucht, jugendlich und cool zu sein.

Als local hero stellte sich bei der Gemeinderatswahl mit plus 3,4 Prozent freilich eher die ÖVP heraus, die SPÖ musste ein Minus von 5,6 Prozent einstecken. Im Jahr 2005, als die SPÖ bei den Gemeinderatswahlen bis auf 127 Stimmen an die ÖVP herankam und sie im Herbst vom Landeshauptmannthron stieß, lag die FPÖ am Boden und im Bund regierte eine Koalition aus ÖVP und FPÖ. Heuer stehen die Vorzeichen anders.

Der Funke der Funktionäre sei nicht übergesprungen, aber auch der negative Bundestrend sowie Krise und Arbeitslosigkeit seien Gründe für die verlorene Wahl, meint Voves. In den roten Hochburgen der Obersteiermark musste die SPÖ teils herbe Verluste einstecken. Daran konnte auch der neue Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser, Obersteirer und Mann des Volkes, nichts ändern. Voves, der bei sich übrigens keine Schuld sucht, muss diese Stimmen bis zur Landtagswahl im Herbst wieder zurückgewinnen. Das erfordert eine wahre Heldentat, denn Konzepte sind nicht in Sicht. Gelingt es nicht, muss Voves seine coolen Sprüche vielleicht bald in die Tat umsetzen.

Donja Noormofidi leitet den Politikteil im steirischen Falter


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