Performance Tipp

Ein Leben in Schwarzweiß: live aus der Theaterküche

Lexikon | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Performing the Real“, nennt sich der aktuelle Programmschwerpunkt, mit dem das brut die Konstruktionen von Realität in Live Art und Performance untersuchen möchte. In der brut-Spielstätte im Künstlerhaus zeigt das berlinerisch-britische Theater-Kollektiv Gob Squad – mittlerweile auch bei uns zu Recht ein heißgeliebter Dauergast (Wiener Festwochen 2009: „Saving the World“) – seine Erfolgsproduktion „Gob Squad’s Kitchen“. Einmal mehr werden hier die Performer zu Stars ihres eigenen Films, der Abend für Abend live auf der Bühne produziert wird. Das Publikum, das vor dem Platznehmen die Studiosituation noch selbst begutachten konnte, sitzt während der Vorstellung vor drei Leinwänden. Gegeben wird in diesem Theater-Studio-Kino ein Kunstfilm in Schwarzweiß; wir erleben ein warholeskes Underground-New-York der 1960er-Jahre, alles ist irre wichtig, irre artsy-fartsy und sehr glamourös.

Gob Squad zitieren und rekonstruieren Andy-Warhol-Klassiker wie „Empire“, „Sleep“, „Eat“ oder „Kiss“. Das alles ist natürlich wieder ein großes Vergnügen für beide Seiten, und wenn am Ende die Darsteller aus der Sixties-Kunstküche vor die Leinwände treten, sind darauf immer noch die Superstars von damals zu sehen. Verblüffend, witzig und einfach schön. „You’ve never had it so good“, lautet der Untertitel. Oh yeah!

brut im Künstlerhaus, Mi, Do 20.00


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