Kommentar

Missbrauch ist böse, Grenzen sind gut, und differenziert wird nicht!

Pädophilie


Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Alle paar Jahre muss ich mir von klugen, freundlichen und der Pädophilie absolut unverdächtigen Menschen anhören, dass der Begriff „Missbrauch“ viel zu eindimensional, der Jugendschutz zum „Kerngeschäft der Korrektheit“ verkommen und Erotik „immer Grenzüberschreitung“ sei. Diesfalls stammen die angeführten Zitate aus einem Kommentar (Tagesspiegel vom 15.3.), mit dem ausgerechnet der ansonsten so bedächtige Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg den Tiefpunkt der aktuellen Debatte markieren konnte. Weil dessen „widerlich feinsinnig(e)“ Argumentation, die sich nicht scheut, die sexuellen Übergriffe des ehemaligen Leiters der Odenwaldschule Gerold Becker allen Ernstes in eine mit Sokrates anhebende Tradition der Aufklärung zu rücken, aber schon zerlegt wurde (Jürgen Kaube in der FAZ vom 16.3.), und weil auch Josef Haslingers hilf- und wehrloser Versuch, die pädophilen Übergriffe, die ihm einst selbst im Klosterinternat widerfuhren, zur „Oase der Zärtlichkeit“

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