Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Kerle wie er sind nett, angepasst und haben diesen leicht abwaschbaren Charme, Marke Teflonpfanne. Johannes B. Kerner war die Nummer eins unter den Schwiergermuttilieblingen, die das deutschsprachige Unterhaltungs-TV in den vergangenen Jahren beherrschten. Kerner war beim ZDF der König der lockeren Gesprächsrunde, er moderierte alles nieder, was sich nicht wehren konnte, ob Fußballevent, Gala, Kochsendung oder seine eigene Talkshow. „JBK“ war immer und überall. Doch dann machte Kerner den Fehler seines Lebens. Anfang des Jahres wechselte er zu Sat 1, um frischer und „journalistischer“ als beim Öffentlich-Rechtlichen zu arbeiten („Kerner“, Do, 22.40 Uhr). Jetzt sitzt er nicht mehr mit der Kanzlerin, sondern irgendwelchen Lokalpolitikern da, seine Quoten sind mies, das Format wirkt hausbacken. Ohne den Glamour der weiten Welt, den ihm das ZDF vermittelt hat, ist er nur ein Durchschnittstyp mittleren Alters, der das eingefrorene Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekommt.


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