Wahlkampfhilfe vom Küniglberg: Barbara Rett als Wahlkampfhelferin für Heinz Fischer

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Andy Borg hätte es beinahe den Job gekostet. Der „Musikantenstadl“-Moderator wollte während des Nationalratswahlkampfs 2006 auf einer Wahlkampfveranstaltung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auftreten. Was im ORF Entsetzen auslöste. „Herr Borg wird sicher nicht an dieser FPÖ-Veranstaltung teilnehmen“, sagte ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm damals zur Tageszeitung Österreich.

Schließlich sei es Künstlern, die in einem fixen oder längeren Vertragsverhältnis mit dem ORF stehen, untersagt, bei Wahlveranstaltungen – egal welcher Partei – aufzutreten, erklärte der ORF-Unterhaltungschef.

Barbara Rett hingegen darf. Die ORF-Kulturjournalistin moderierte vergangene Woche den Wahlkampf-Auftakt für den sozialdemokratischen Bundespräsidentschaftskandidaten Heinz Fischer. Vom Falter auf ihren Auftritt bei einer SPÖ-Wahlveranstaltung angesprochen, verweist Rett auf die ORF-Pressestelle.

Dort sieht man die Sache entspannt: „Ihr unentgeltlicher Auftritt bei der Wahlkampfveranstaltung von Heinz Fischer ist für den ORF kein Grund, Barbara Rett nicht wiederzubeschäftigen“, sagt ORF-Sprecher Pius Strobl. „Jemand, der beim ORF buchstäblich dauernd am Schirm zu sehen ist, darf keine politische Veranstaltung moderieren. Wenn jemand aber so selten am Schirm ist, dass er von der ORF-Entschädigung dafür nicht leben kann, hat er das Recht, zusätzlich auch etwas anderes zu arbeiten. Außer er oder sie ist in der ORF-Information tätig – hier gibt es bekanntlich Zero Tolerance.“

Rett moderierte den Opernball und ist seit Februar einmal pro Woche in der ORF-Winterzeit beziehungsweise -Frühlingszeit als Moderatorin im Einsatz.

Die Frage, ob es für den ORF auch kein Problem darstellen würde, wenn Rett den Wahlkampfauftakt der FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz moderiert hätte, möchte man am Küniglberg nicht beantworten. „Diese Frage stellt sich nicht. Weder hatte noch hat Frau Rett vor, so etwas zu moderieren“, sagt ORF-Sprecher Strobl.


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