Technik

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

prüfbericht: thomas vaŠek

Wie bitte? Eine Konkurrenz zum iPad – aus Deutschland? Eigentlich haben wir uns daran gewöhnt, dass innovative Gadgets aus Amerika kommen, aus Asien oder aus Finnland. Aber doch nicht aus Deutschland, wo die Ingenieure traditionell lieber an Motorsteuerung und Einspritztechnik tüfteln. Nun also das WePad, entwickelt vom Berliner Software-Mittelständler neofonie. Und das Gerät kann wirklich was. Zwar ist das WePad mit 11,6 Zoll größer als das iPad (9,6 Zoll) und mit 800 Gramm auch um 120 Gramm schwerer. Aber dafür haben die Entwickler in ihr Tablet so ziemlich alles eingebaut, was Kritiker an Apples Wunderding vermissen: Zwei USB-Slots statt gar keinen. Einen Speicherkarten-Reader. Eine Webkamera – und sogar eine höhere Bildschirmauflösung.

Deutsche Gründlichkeit! Aus drei weiteren guten Gründen bietet sich das Gerät als Alternative zum iPad an. Erstens läuft es unter dem offenen Android-Betriebssystem und unterstützt alle offenen E-Book-Formate, während sich iPad-Nutzer auf Anwendungen aus dem Apple-Kosmos beschränken müssen. Zweitens haben die Berliner auch an die notleidenden Zeitungsverlage gedacht und ein ePublishing-System für das WePad entwickelt. Das Hamburger Magazin stern hat bereits einen Piloten für das WePad vorgestellt. Der dritte Grund ist ein grundsätzlicher. Das WePad ist zwar ein bisschen „We-Too“ – aber auf sympathische Weise. Es ist zwar nicht so schick wie das iPad. Aber ehrlich: Ein Mercedes ist auch kein Ferrari.

Thomas VaŠek ist Journalist und Buchautor in München


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