Zwischen Postpubertät und Prä-Midlifecrisis

Feuilleton | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

In seinem Roman „Das Streichelinstitut“ läuft Clemens Berger fast Gefahr, eine schöne Idee zu Tode zu streicheln

Buchkritik: Georg Renöckl

Man kann natürlich versuchen, nicht an rosarote Elefanten zu denken. Oder nicht daran, was passiert, wenn die „Regel Nummer eins: Kein Sex, niemals“ gebrochen wird. Geht aber nicht.

Dabei ist Sebastian Horvath nicht nach Tagträumen zumute: Seine Existenz als „Geisterschreiber“ für Philosophie-Doktoranden, während die eigene Dissertation warten muss, ist unhaltbar geworden. Er tritt die Flucht nach vorne an und eröffnet in der Mondscheingasse ein „Streichelinstitut“.

„Mit asiatischen Mitarbeiterinnen?“, fragt die freundliche Dame, bei der er den Gewerbeschein beantragt. Doch Sebastian streichelt natürlich selbst und glaubt fest an seine Regel Nummer eins.

Die Institutsgründung erweist sich als richtige Idee zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Kurz nach einer Kleinanzeige im Blatt der „Sozialfaschisten“ (Sie halten es übrigens

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