Das Gleichgewicht, kurz bevor’s zusammenbricht

Feuilleton | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Nouvelle-Vague-Altmeister Jacques Rivette legt den entspanntesten Film der Saison vor: „36 vues du Pic Saint Loup“

Filmkritik: Michael Pekler

Ich habe verstanden, dass diese kleine Manege der gefährlichste Ort der Welt ist.“ Jane Birkin sitzt in einem leeren, winzigen Zirkuszelt in Südfrankreich. Sie spielt Kate, die nach dem Tod ihres Vaters, der den Wanderzirkus einst gegründet hat, zurückgekehrt ist. Die blauen Plastikplanen hinter ihr bewegen sich im Wind.

Neben ihr sitzt Sergio Castellito, der einen Italiener namens Vittorio spielt, der mit Porsche und Prada unterwegs ist durch die französischen Meeralpen. Vittorio ist ein Lebemann, aber in diesem Moment ausnahmsweise einmal still, obwohl er sich seit Tagen ständig einmischt: nicht nur in das Programm, sondern vor allem in Kates Leben.

„36 vues du Pic Saint Loup“ des mittlerweile 82-jährigen Jacques Rivette ist einer der entspanntesten und damit schönsten Filme der letzten Monate. In diesem Film gibt es, abgesehen von


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige