Nüchtern betrachtet

Das wird schon wieder so ein Gruppending!

Feuilleton | aus FALTER 13/10 vom 31.03.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Wenn ich hier behaupte, mein Lebtag noch keine Party veranstaltet zu haben, entspricht das vielleicht nicht der Faktenlage, sehr wohl aber der Wahrheit. Ich lade Leute ein, aber ich gebe keine Partys. Zwanglosigkeit und Unverbindlichkeit ist mir in diesem Zusammenhang nämlich schon aus schierem Narzissmus ein Horror: Ich will nicht, dass irgendwer mal eventuell kurz vorbeischaut, weil Party ist, sondern dass mich jemand besucht, weil er in ähnlichem Ausmaß an wechselseitigem Austausch interessiert ist wie ich. Eine gewisse Symmetrie der Sympathie ist die einzige Voraussetzung dafür, Gegeneinladungen werden angenommen, aber nicht erwartet; manche Menschen sind halt schlecht im Einladen oder können nur Nudelsalat, was aber kein Grundsatzproblem darstellt – dann eben wieder bei mir, und du spendierst eventuell mal ein Bier.

Die Facebookisierung des Sozialen lehne ich ebenso ab wie Geselligkeitssimulationen


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